Laura Wilke berichtet

Dienstagabend. Tennisplatz 1 in Barienrode. Die ersten Bälle fliegen übers Netz, die ersten Lacher über den Platz – und alle wissen: Das Beste kommt erst noch.

Unter der Leitung von Übungsleiter Andreas Schirmer treffen sich Daniela Schirmer, Yvonne Freier, Anneke Lammers, Kim Kiel und Laura Wilke Woche für Woche zum Tennistraining. Natürlich wird an Vorhand, Rückhand und Aufschlag gefeilt. Natürlich wird um jeden Ball gekämpft. Und natürlich landet der eine oder andere Schlag auch mal spektakulär im Aus. Aber genau das macht den Charme aus. Hier geht es nicht um Wimbledon – sondern um Spaß, Bewegung und gemeinsame Zeit.

Doch wer glaubt, nach der letzten gespielten Vorhand sei Feierabend, kennt die Dienstagsrunde noch nicht.

Denn jetzt beginnt der eigentliche Höhepunkt des Abends: das legendäre Tennis-Kränzchen.

Kaum sind die Schläger verstaut, verwandelt sich der Platz in ein kleines Freiluft-Wohnzimmer. Die Spitzendecke wird ausgebreitet, eine Kerze angezündet – und wie von Zauberhand füllt sich der Tisch. Brot, Oliven, saure Gurken, gekochte Eier, Aufschnitt, Dips und Cremes stehen plötzlich bereit. Einen festen Plan, wer was mitbringt? Fehlanzeige. Trotzdem fehlt nie etwas. Irgendwie funktioniert das ganz von allein.

Dazu gibt es ein kühles Bier, ein Glas Sekt oder ein alkoholfreies Alster. Und wenn es etwas zu feiern gibt, sorgt Oma Traudels selbstgemachter Johannisbeerlikör für den krönenden Abschluss.

Dann wird erzählt, gelacht und diskutiert. Ein Thema jagt das nächste, die Zeit spielt keine Rolle mehr. Irgendwann wird es dunkel. Irgendwann sagt jemand: „Jetzt müssen wir aber wirklich los.“ Und meistens fällt dieser Satz nicht nur einmal.

Das Kränzchen dauert häufig länger als das eigentliche Training. Und genau darin liegt das Geheimnis.

Denn ein Sportverein lebt nicht allein von Punkten, Tabellen oder perfekt gespielten Rückhandbällen. Er lebt von Menschen, die füreinander da sind. Von Verlässlichkeit, Freundschaft und dem guten Gefühl, jeden Dienstag an einen Ort zurückzukehren, an dem man willkommen ist.

Beim SC Barienrode ist Tennis eben mehr als Sport. Es ist Gemeinschaft. Und manchmal beginnt diese Gemeinschaft genau dort, wo die sauren Gurken auf dem Tisch stehen.

Von Bernhard