Ein Kommentar von Bernhard Kruppki, 1. Vorsitzender des SC Barienrode
Manchmal gibt es im Vereinsleben Menschen, mit denen man nicht nur zusammenarbeitet, sondern mit denen man gemeinsam etwas aufbaut, an das anfangs vielleicht noch nicht einmal jeder geglaubt hat.
Dennis „Gomez“ Herrmann ist für mich so ein Mensch.
Als wir 2025 den Neustart der 1. Herren des SC Barienrode angepackt haben, war klar: Das wird kein Selbstläufer. Eine komplett neue Mannschaft aufzustellen, braucht Zeit, Überzeugung, unzählige Gespräche und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wir hatten gerade einmal sechs Wochen, um aus einer Idee eine Mannschaft zu machen.
Wir haben es geschafft.
Nicht, weil immer alles einfach war. Sondern weil wir angepackt, Lösungen gesucht und an unser Vorhaben geglaubt haben. Gomez hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Er hat nicht nur als Spielertrainer Verantwortung übernommen, sondern diesen Neuanfang von Anfang an mitgetragen.
Wenn ich heute sehe, wie sich der Barienroder Fußball entwickelt hat – von rund 60 Kindern und Jugendlichen im Jahr 2025 auf inzwischen 230 Mitglieder –, dann macht mich das stolz. Natürlich ist das der Verdienst vieler Menschen, die sich Tag für Tag für unseren Verein einsetzen. Aber ich weiß auch, welchen Anteil Gomez an diesem Weg hat.
Unsere Geschäftsstelle? Die Laufbahn rund um den Sportplatz!
Wenn ich an unsere gemeinsame Zeit denke, muss ich auch schmunzeln. Denn wer uns beim SCB kennt, weiß: Vertragsverhandlungen, wichtige Gespräche und manche grundsätzliche Entscheidung fanden bei uns nicht unbedingt am Schreibtisch oder in einem Sitzungszimmer statt.
Unsere Verhandlungen wurden auf der Laufbahn geführt – beim gemeinsamen Spaziergang rund um den Sportplatz.
Dort sind wir Runde um Runde gegangen, haben diskutiert, überlegt, manchmal gerungen und am Ende Lösungen gefunden. Wer auf dem Sportplatz war, konnte uns dabei beobachten. Eine geheime Chefetage brauchten wir nicht.
Für mich beschreibt das ziemlich gut, was den SCB ausmacht: Wir sind nah dran, wir reden miteinander und wir packen die Dinge gemeinsam an. Hier wird Vereinsarbeit nicht hinter verschlossenen Türen gemacht. Sie findet mitten im Vereinsleben statt – dort, wo unsere Mannschaften trainieren, Kinder spielen und Menschen zusammenkommen.
Und vielleicht war genau das auch ein StĂĽck unseres Erfolgs: Wir haben nicht nur ĂĽber den Neustart der 1. Herren gesprochen. Wir sind gemeinsam unsere Runden gegangen, haben Entscheidungen getroffen und anschlieĂźend versucht, sie auf den Platz zu bringen.
Lieber Gomez, diese Spaziergänge werden mir in Erinnerung bleiben. Und wer weiß: Vielleicht drehen wir künftig unsere Runden, ohne über Aufstellungen, Trainerverträge oder die nächste Saison sprechen zu müssen. Gesprächsstoff werden wir trotzdem genug haben.
Lieber Gomez, ich hätte gern noch ein paar Runden mit dir gedreht
Dein Abschied von der Trainerbank ist fĂĽr mich mehr als eine Personalentscheidung.
Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir diesen Weg noch länger gemeinsam an der Seitenlinie gehen. Aber ich weiß auch, dass hinter dem Trainer Gomez ein Mensch steht. Ein Mensch mit einem Beruf, mit Verantwortung und vor allem mit einer Familie, die ihn braucht. Zwei kleine Kinder, berufliche Verpflichtungen und die zeitintensive Aufgabe als Spielertrainer unter einen Hut zu bringen, ist auf Dauer eine enorme Herausforderung.
Deshalb respektiere ich deine Entscheidung. Auch wenn ich sie bedauere.
Ich möchte dir nicht erzählen, wie viele Stunden du investiert hast oder wie oft du für die Mannschaft da warst. Das weißt du selbst am besten. Mir ist etwas anderes wichtig: Du hast mitgeholfen, etwas aufzubauen, das bleibt.
Eine Mannschaft, die es ohne diesen gemeinsamen Neustart so nicht gegeben hätte. Eine Entwicklung, auf die wir als SC Barienrode stolz sein können. Und eine Grundlage, auf der andere jetzt weiterarbeiten dürfen.
Dafür sage ich dir persönlich Danke. Nicht nur als 1. Vorsitzender, sondern als jemand, der diesen Weg mit dir gemeinsam gegangen ist.
Ich freue mich, dass du uns als Spieler erhalten bleibst. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir dich irgendwann tatsächlich in der Werkself wieder. Ganz ohne Aufgabe im Verein wirst du es vermutlich ohnehin nicht lange aushalten.
Dass deine Frau und euer jüngster Sprössling zum 1. November ebenfalls Mitglieder des SCB geworden sind, freut mich ganz besonders. Das zeigt auf schöne Weise, dass der SCB für euch mehr ist als der Sportplatz und der Spieltag.
Gomez, wir beenden ein Kapitel an der Seitenlinie. Aber wir beenden nicht unsere gemeinsame Geschichte beim SC Barienrode.
Auch Marcel gehört zu dieser Geschichte
Marcel Neie hatte ursprünglich einen ganz anderen Plan: Als Kapitän wollte er mit der Rückennummer 7 auf dem Platz stehen. Ein schwerer Zusammenstoß im Derby gegen Diekholzen im August 2025 hat diesen Traum jäh beendet. Die gesundheitlichen und beruflichen Folgen haben ihn und seine Familie vor große Herausforderungen gestellt.
Dass Marcel Anfang 2026 trotzdem bereit war, als Co-Trainer Verantwortung zu ĂĽbernehmen und Gomez sowie Kevin Reinke zu unterstĂĽtzen, verdient meinen Respekt. Er hat sich auf eine neue Rolle eingelassen, obwohl er ursprĂĽnglich als Spieler Teil der Mannschaft werden wollte.
Lieber Marcel, ich kann mir vorstellen, wie schwer es ist, eine Leidenschaft aufgeben zu mĂĽssen, die einen so lange begleitet hat. Umso mehr freut es mich, dass du beim SCB eine neue Aufgabe gefunden hast und dich trotz deiner eigenen schwierigen Situation fĂĽr die Mannschaft eingesetzt hast.
Dass du jetzt deine berufliche Zukunft als selbstständiger Finanz- und Versicherungsberater aufbaust und deiner Familie mehr Zeit widmen möchtest, kann ich gut nachvollziehen. Ich wünsche dir von Herzen, dass sich dein neuer beruflicher Weg so entwickelt, wie du es dir erhoffst, und dass du auch gesundheitlich weiter nach vorn schauen kannst.
Danke, Marcel, für deinen Einsatz, deine Zeit und dafür, dass du trotz aller Rückschläge Teil unserer Mannschaft und unserer Vereinsgemeinschaft geblieben bist.
Ich hoffe, dass wir uns weiterhin oft beim SCB begegnen. Und vielleicht klappt es ja irgendwann wieder mit der einen oder anderen Trainingseinheit. Bis dahin nehmen wir dich beim Wort: Wir sehen uns am Bratwurststand!
Was bleibt, ist das, was wir gemeinsam aufgebaut haben
Wenn ich auf die vergangenen anderthalb Jahre zurĂĽckblicke, sehe ich nicht nur eine Mannschaft, die innerhalb von sechs Wochen auf die Beine gestellt wurde. Ich sehe einen FuĂźballbereich, der von rund 60 Kindern und Jugendlichen auf inzwischen 230 Mitglieder gewachsen ist.
Das ist keine Leistung eines Einzelnen. Dahinter stehen viele Abteilungsleitung, Trainer, Betreuer, Eltern, Spieler und UnterstĂĽtzer. Ihnen allen gilt mein Dank. Aber Menschen wie Gomez und Marcel haben auf ihre jeweils eigene Weise Verantwortung ĂĽbernommen und diesen Weg mitgestaltet.
Jetzt beginnt eine neue Etappe. Die Nachfolge an der Seitenlinie muss in Ruhe und mit Bedacht geregelt werden. Der Verein wird die notwendigen Gespräche führen und gemeinsam mit den Verantwortlichen und der Mannschaft nach einer guten Lösung suchen.
Dabei ist mir eines wichtig: Veränderungen gehören zum Vereinsleben. Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen und was wir aus dem machen, was andere vor uns aufgebaut haben.
Lieber Gomez, lieber Marcel: Danke fĂĽr euren Einsatz, euer Vertrauen und die Zeit, die ihr dem SCB geschenkt habt.
Ich wünsche euch und euren Familien für die kommende Zeit alles Gute. Gomez, ich freue mich auf die nächsten Spiele mit dir als Spieler. Marcel, ich wünsche dir, dass du beruflich und privat weiter Fuß fasst und deinen Weg findest.
Und ich bin sicher: Wir werden uns weiterhin begegnen – auf dem Platz, am Spielfeldrand, auf der Laufbahn oder am Bratwurststand.
Gomez hat es selbst gesagt:
„Danke, das war’s (noch lange nicht)!“
Genau so ist es.
Bernhard Kruppki
- Vorsitzender
SC Barienrode 💙🤍