Ein Kommentar von Bernhard Kruppki, 1. Vorsitzender SC Barienrode

Manchmal braucht es gar nicht viele Worte, um Aufmerksamkeit zu bekommen. 79 Gegentore in vier Spielen reichen offensichtlich dafür aus.

Der Instagram-Beitrag der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung über unsere 2. Herren wurde inzwischen von 277.000 Menschen gesehen – eine beeindruckende Zahl. Hinzu kommen die vielen Leserinnen und Leser der Print-Ausgabe.

Was mich als 1. Vorsitzenden des SC Barienrode dabei besonders freut, ist aber nicht nur die enorme Aufmerksamkeit, sondern vor allem der große Zuspruch, den unsere Mannschaft bekommen hat. Viele Menschen haben erkannt, worum es bei dieser Mannschaft eigentlich geht.

Unsere 2. Herren wurde in diesem Jahr mit Trainer Justin Hughes neu gegründet. Der ursprüngliche Plan war, in der 3. Kreisklasse eine Mannschaft aufzubauen, die sich entwickeln, zusammenfinden und Schritt für Schritt ihren Weg gehen kann. Dann wurde die 3. Kreisklasse abgeschafft und unsere Mannschaft der 2. Kreisklasse zugeordnet. Darauf hatte der SC Barienrode keinen Einfluss. Damit waren die Voraussetzungen plötzlich andere als ursprünglich geplant.

In unserer Mannschaft stehen Spieler zwischen 18 und 48 Jahren. Einige haben noch nie im Verein Fußball gespielt, andere waren teilweise viele Jahre nicht mehr aktiv. Genau diese Mischung macht für mich den besonderen Charakter dieser Mannschaft aus. Hier haben sich Menschen zusammengefunden, die gemeinsam Fußball spielen wollen und bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Und genau das tun sie – trotz der bisherigen Ergebnisse.

Natürlich kann man über 79 Gegentore diskutieren. Man kann auch in den sozialen Medien vermeintlich einfache Lösungen präsentieren. Aber Vereinsfußball funktioniert nicht auf dem Papier und schon gar nicht über einen Kommentar bei Instagram. Hinter jeder Mannschaft stehen Menschen, berufliche Verpflichtungen, Familien, Trainingszeiten, Verletzungen und sportliche Planungen.

Deshalb sehe ich unsere 2. Herren auch nicht als Problem, sondern als Leidtragende der veränderten Rahmenbedingungen. Sie hat diese Situation nicht verursacht, sondern nimmt sie an. Woche für Woche geht die Mannschaft auf den Platz, trainiert, kämpft und versucht, besser zu werden. Und genau diese Einstellung verdient Respekt.

Für mich ist das aber auch ein gutes Beispiel dafür, was den SC Barienrode ausmacht. Seit dem 1. Januar 2025 sind rund 200 neue Mitglieder zu unserem Verein gekommen, etwa 150 davon im Fußball. Unser Verein hat jetzt 857 Mitglieder und wächst weiter, neue Mannschaften entstehen und immer mehr Menschen finden ihren Platz bei uns. Darauf bin ich richtig stolz.

Und deshalb stehen wir zu unserer 2. Herren – gerade jetzt. Ein Verein zeigt seine Stärke nicht nur dann, wenn alles läuft und die Ergebnisse stimmen. Ein Verein zeigt seine Stärke auch dann, wenn eine Mannschaft vor einer schwierigen Aufgabe steht und trotzdem gemeinsam weitermacht.

79 Gegentore sind eine Zahl. Der Zusammenhalt beim SC Barienrode ist unsere Stärke.

Und deshalb passt für uns ein echtes Fußball-Sprichwort perfekt:

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Das nächste Spiel kommt. Die nächste Trainingseinheit kommt. Die nächste Chance kommt.

Wir bleiben dran. Wir entwickeln uns weiter. Und wir stehen zusammen.

Kommt zum SC Barienrode und erlebt selbst, was diesen Verein ausmacht. Einen Verein, der wächst, der Menschen zusammenbringt und der auch dann hinter seinen Mannschaften steht, wenn es einmal nicht um Siege und Tabellenplätze geht.

Darauf bin ich als 1. Vorsitzender richtig stolz.

Bernhard Kruppki
1. Vorsitzender SC Barienrode

Von Bernhard