Unsere C-Jugend kämpft bis zum Schluss – und erlebt einen Pokalabend, bei dem nicht nur Fußball gespielt wurde

Manchmal ist es nach einem Fußballspiel gar nicht so einfach, die richtigen Worte zu finden. Nicht, weil ein Spiel verloren wurde. Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Sondern weil es Situationen gibt, bei denen man nach dem Abpfiff erst einmal tief durchatmen muss.

So war es am Dienstagabend beim Pokalspiel unserer C-Jugend gegen den SV BW Neuhof II.

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive und teilweise sehr körperbetonte Partie. Beide Mannschaften spielten direkt nach vorne, beide wollten unbedingt weiterkommen. Bereits in den ersten Minuten wurde deutlich, dass es heute ordentlich zur Sache gehen würde. Nach sechs Minuten waren bereits mehrere Situationen dabei, in denen man durchaus mit persönlichen Strafen hätte rechnen können.

Nach sieben Minuten ging Neuhof mit 1:0 in Führung, nur drei Minuten später stand es bereits 0:2. Doch unsere Jungs ließen sich davon nicht beeindrucken. Sie stellten das System um, nahmen den Kampf an und versuchten, wieder ins Spiel zu kommen.

Und das gelang!

In der 30. Minute bekam der SCB einen Freistoß aus rund 18 Metern. Josias Börner nahm Maß und zirkelte den Ball wunderschön in den oberen Winkel. Nur noch 1:2 – und plötzlich war wieder alles offen. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel kam unsere Mannschaft mit neuem Mut zurück. Der SCB drängte auf den Ausgleich und warf immer mehr nach vorne. Eine Szene sorgte dabei für besonders viel Diskussion: Nevio Schmidt setzte sich auf dem Weg zum Tor durch, wurde festgehalten und konnte sich schließlich lösen. Der Pfiff ertönte – allerdings gegen unseren Angreifer.

Es war eine von mehreren Situationen an diesem Abend, die bei Spielern, Trainern und Zuschauern für Unverständnis sorgten.

Denn unabhängig davon, wie einzelne Entscheidungen zu bewerten sind, war eines deutlich zu spüren: Die Partie wurde immer hektischer. Es gab viele Zweikämpfe, Schieben, Halten und Situationen, in denen die Grenze des Erlaubten aus Sicht unserer Mannschaft mehrfach überschritten wurde. Eine klare Linie in der Spielleitung wurde dabei von vielen Beteiligten vermisst.

Und genau hier liegt vielleicht die schwierigste Seite dieses Spiels.

Der Schiedsrichter war noch sehr jung. Das verdient grundsätzlich Respekt. Jeder Schiedsrichter muss irgendwann seine ersten Spiele machen und Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig trägt aber auch ein junger Unparteiischer Verantwortung dafür, ein Spiel frühzeitig zu beruhigen und eine klare Linie zu setzen.

Unsere Mannschaft jedenfalls kämpfte weiter.

Durch das offensive Spiel entstanden zwangsläufig Räume – und Neuhof nutzte diese konsequent. Mit schnellen Gegenangriffen erhöhte der Gegner zunächst auf 3:1, anschließend auf 4:1 und 5:1.

Aufgeben? Keine Option!

In der 61. Minute fasste sich Kaja Pajung aus rund 22 Metern ein Herz und traf sehenswert zum 2:5. Weitere Treffer fielen nicht mehr. Der SCB musste sich geschlagen geben und verabschiedet sich damit aus dem Kreispokal.

Doch die Enttäuschung über das Ergebnis war an diesem Abend nicht das Einzige, was bei Spielern, Trainern und Eltern hängen blieb.

Eine Mutter brachte es nach dem Spiel sehr deutlich auf den Punkt. Sie schilderte, dass sie normalerweise eher still am Spielfeldrand steht, die Geschehnisse an diesem Abend aber kaum in Worte fassen konnte. Sie berichtete von wiederholtem Schieben, Trikotziehen und Nachtreten aus ihrer Sicht und davon, dass entsprechende Situationen teilweise ungeahndet blieben. Besonders wichtig war ihr dabei: Sie war froh, dass die Jungs den Platz überwiegend unverletzt verlassen haben und bis zum Schluss gekämpft haben.

Und genau das nehmen wir mit.

Trainer Gino Uhde brachte es nach dem Abpfiff ebenfalls auf den Punkt:

„Es war ein sehr emotionales Spiel mit vielen Zweikämpfen. Leider hat der unsichere Schiedsrichter aber auch dazu beigetragen. Wir nehmen trotzdem viel Positives aus dem Spiel mit und wünschen Neuhof für die weiteren Pokalspiele viel Erfolg.“

Ein bitterer Pokalabend also. Nicht nur wegen des 2:5. Sondern weil unsere Jungs in einem schwierigen Spiel immer wieder aufgestanden sind, weitergemacht und bis zum Schlusspfiff gekämpft haben.

Das Pokal-Aus tut weh. Aber genau solche Spiele gehören leider auch zur Entwicklung einer jungen Mannschaft dazu.

Kopf hoch, Jungs! 💙🤍
Ihr habt gekämpft. Ihr habt euch nicht aufgegeben. Und genau darauf können wir stolz sein!

NUR DER SCB! 💙🤍⚽

Von Bernhard